Freifunk Google Summer of Code 2010 applications

Freifunk is again applying as a project for the Google Summer of Code 2010. For students it is a good way to get deeper involved into Free and Open Source Software and freifunk specifically. During the summer students have the chance to code on freifunk and get paid by Google.

Some other projects also offer freifunk related work. Check out the GSoC site after March 18 when the info on participating projects is released.

We are already gathering project ideas, as a way to start for applicants here. If you are interested to join freifunk at the summer of code and would like to discuss project ideas, please join us on IRC at #freenode on irc://irc.freenode.org and on the mailing list: http://freifunk.net/mailman/listinfo/wlanware

If you have already an idea about a project you would like to do, please also leave your idea here as well: http://wiki.freifunk.net/Ideas

Background info on Google Summer of Code

The most common question we get from students is “How do I prepare for Google Summer of Code?” The simple answer is not to wait for the program to get involved in open source. Start checking out projects now: take a look at documentation, check out their source code and idle in some IRC channels to see what interests you. The projects who have been past participants in Google Summer of Code are a great place to start; use the categorized list of mentoring organizations (e.g. projects listed by programming languages) from 2009 to help you get started.

About Google Summer of Code

Google Summer of Code (GSoC) is a global program that offers student developers stipends to write code for various open source software projects. We have worked with several open source, free software, and technology-related groups to identify and fund several projects over a three month period. Since its inception in 2005, the program has brought together nearly 3,400 students and more than more than 3,000 mentors & co-mentors from nearly 100 countries worldwide, all for the love of code. Through Google Summer of Code, accepted student applicants are paired with a mentor or mentors from the participating projects, thus gaining exposure to real-world software development scenarios and the opportunity for employment in areas related to their academic pursuits. In turn, the participating projects are able to more easily identify and bring in new developers. Best of all, more source code is created and released for the use and benefit of all.

* Frequently asked questions: http://socghop.appspot.com/document/show/gsoc_program/google/gsoc2010/faqs

* Freifunk Project Ideas: http://wiki.freifunk.net/Ideas

Freifunk statt Angst! BGH entscheidet zur Störerhaftung bei WLAN am 18.3.

Der Bundesgrichtshof wird am 18.3.2010 darüber verhandeln, wie sich die Störerhaftung bei einem WLAN darstellt. Das könnte auch für freifunk.net ein sehr wichtiger Termin werden.

Schon seit langem exisitert eine gewisse Rechtsunsicherheit zu dieser Frage. Es sind bereits einige Fälle bekannt geworden, bei denen die Betreiber offener WLANs mit Internetanschluss mit dem Vorwurf der Störerhaftung konfrontiert wurden. Je nach Gericht wurde darüber unterschiedlich entschieden. Oftmals kam es aber garnicht erst zu einer Gerichtsverhandlung, da die Anwälte der Content-Industrie die Betroffenen bereits mit Ihren Abmahnungen ausreichend eingeschüchtert haben und die Aussichten auf einen gerichtlichen Erfolg unterschiedlich eingeschätzt wurden. In den meisten Fällen fehlte aber vor allem auch das Geld, um den Weg vor Gericht überhaubt antreten zu können.

Deshalb haben einige FreifunkerInnen gemeinsam einen Spendenaufruf verfasst, den ich an dieser Stelle gerne veröffentlichen möchte:

Spendenaufruf "Freifunk statt Angst"

Die Gemeinschaft der Freifunkerinnen und Freifunker braucht Eure/Ihre Unterstützung! Windige Advokaten überziehen unser Land mit einer Welle von unberechtigten Abmahnungen. Sie diskreditieren die Freifunkidee und versuchen Freifunk in die Ecke von Internetkriminalität zu stellen. Gemeinsam wollen wir alle Rechtsmittel ausschöpfen und uns dagegen wehren. Aus diesem Grund gründen engagierte Freifunkerinnen und Freifunker einen Rechtshilfefond. Aus diesem Fond sollen bedrohte Freifunker und Freifunkerinnen unterstützt werden, damit sie sich gegen unberechtigte Abmahnungen wehren können, ohne das finanzielle Risiko alleine tragen zu müssen.

  • Wir biiten um Spenden mit dem Stichwort: "Freifunk statt Angst!" an den Verein:
  • Förderverein Freie Netzwerke e.V.
  • Konto 722 722 7006
  • BLZ 100 900 00
  • Berliner Volksbank
  • IBAN: DE29 1009 0000 7227 2270 14
  • BIC: BEVODEBB
  • Verwendungszweck: Freifunk statt Angst!

Damit wir die juristische Klärung des Sachverhalts finanzieren und die finanziellen Risiken auf viele Schultern verteilen können.

Die fortschreitende Digitalisierung verändert viele Geschäftsmodelle. Zu diesen Geschäftsmodellen gehört bekanntermassen auch das Geschäft der Musik- und Filmindustrie. Durch die digitale Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials wird es zunehmend schwerer grosse Gewinne allein durch den Verkauf von Bild- und Tonträgern einzufahren. Die Rechteindustrie hat eine - in ihrer Vorgehensweise und Wortwahl - reichlich militante und vorsätzlich irreführende Kampagne gestartet, um der legalen Privatkopie den Kampf anzusagen. Darüber hinaus sollte ein allgemeines Klima der Rechtsunsicherheit, Überwachung und Angst geschürt werden. Der Slogan "Raubkopierer sind Verbrecher" ist inhaltlich so fragwürdig, wie er absurd ist, denn Raub ist die gewaltsame Wegnahme einer Sache. Doch der Slogan "Urheberrechtsverletzer sind Verbrecher" "zieht" halt einfach nicht, und zudem wäre er inhaltlich immer noch falsch. Von einem Verbrechen könnte man bestenfalls bei gewerbsmässigem und/oder durch organisierte Banden verübten Urheberrechtsverletzungen sprechen. Der Slogan der Kampagne entpuppt sich bei näherer Betrachtung lediglich als heisse Luft.

Der Lobbyismus der Rechteindustrie hat nichtsdestotrotz Rückschläge und Erfolge erzielt. Vor allem auf politischer Ebene. Zu diesen "Erfolgen" gehört neben der Vorratsdatenspeicherung - die ja gerade im ersten Entwurf gescheitert und deshalb jetzt wieder neu diskutiert wird -  vor allem ein allgemeines Klima der Rechtsunsicherheit, das unter anderem unverschlüsselte drahtlose Internetzugänge zu einem zivilrechtlichen Risiko macht.

Von dieser Rechtsunsicherheit profitiert die Abmahnindustrie. Konkret handelt es sich um einige dubiose Anwaltsbüros die das Abfischen von Filesharingnutzern als höchst lukratives Geschäftsfeld für sich entdeckt haben. Diese verbinden sich selbst mit einer Tauschbörse und suchen dort nach IP-Adressen aus der Bundesrepublik über die gerade urheberrechtlich geschützte Inhalte getauscht werden. Dabei werden Screenshots gemacht, diese sollen bei Bedarf vor Gericht als Beweismittel dienen.

Zwar haben Gerichte verfügt, dass die Adressen von Anschlussinhabern zu den jeweiligen IP-Adressen nur bei strafrechtlich relevanten Vorgängen herausgegeben werden müssen, doch dieser Schutz wird von den Abmahnanwälten umgangen, in dem zunächst ein Strafverfahren eingeleitet wird. Dies ist zwar aussichtslos, aber sie kommen so an die Adressen der Anschlussinhaber.

Daraufhin flattert dann den Anschlussinhabern per Briefpost ein Abmahnschreiben ins Haus. Inhalt: Der Anschlussinhaber soll eine Geldbusse in der Höhe von 400-600 Euro an die Abmahnanwälte bezahlen und eine Unterlassungserklärung unterschreiben, mit der er/sie sich verpflichtet bei einem weiteren Verstoss eine exorbitante Summe zu bezahlen. Widrigenfalls wird mit einem Gerichtsverfahren gedroht.

Da viele Leute Angst haben, sich auf dem ihnen unbekannten Gebiet des Rechts auf ein Abenteuer einzulassen, haben die Abmahnanwälte leichtes Spiel und streichen mit wenig Aufwand ordentliche Gewinne ein. Nur ein kleiner Teil davon geht an die Inhaber der Urheberrechte. Dieses Geschäftsmodell floriert offensichtlich mittlerweile, denn in letzter Zeit trifft es nun auch einzelne Betreiber von Freifunk-Gateways. Da lädt irgend so ein Dummkopf die "Grössten Hits von Ballermann sechs" über den Gateway von Floh Fleissig herunter und dieser bekommt anschliessend seltsame Briefpost.

In diesem Fall heisst es: Zuerst einmal Ruhe bewahren. Auf gar keinen Fall sollte man derartige Erklärungen unterschreiben und damit den Kopf in die Schlinge stecken oder die geforderte Summe in voller Höhe bezahlen. Ängstliche Naturen können eine von unseren Anwälten modifizierte Abmahnerklärung abgeben. Wer meint, er oder sie möchte versuchen die Abmahnanwälte durch kleine Geschenke zu beschwichtigen kann 100€ bezahlen. Mehr ist ein derartig einfacher Urheberrechtsverstoss laut der Auffassung vieler Gerichte ohnehin nicht wert.

Wer nicht so ängstlich ist sollte es auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen. Schliesslich gilt es unsere Freiheit und Freizügigkeit zu verteidigen.

Beweise?! Welche Beweise?!

Zunächst einmal ist die Beweislage (Screenshot mit einer IP-Adresse) äusserst dünn. Dass ein Screenshot als Beweismittel gelten kann, können nur diejenigen glauben, die noch nie ein Programm wie Photoshop oder GIMP aus der Nähe gesehen haben. Ausserdem: Der Bittorrent-Tracker "Opentracker", der unter anderem von dem populären Torrent-Tracker "ThePirateBay.org" verwendet wird, generiert auch zufällige IP-Adressen als vermeintliche Peers. Zu dieser Strategie der Entwickler von "Opentracker" kann man stehen wie man will. Ob auch andere Tauschbörsen ähnliche Strategien anwenden, oder nicht, ist nicht bekannt. Doch damit ist die Beweiskraft eines Screenshots zusätzlich fragwürdig. Es kann daher lediglich ein dummer Zufall sein, dass die IP-Adresse des Gatewaybetreibers im Screenshot der Abmahner aufgetaucht ist.

Floh Fleissig schwört jedenfalls Stein und Bein, dass ihm schon beim Gedanken die "Grössten Hits von Ballermann sechs" anhören zu müssen, das Blut aus den Ohren tropft. Ausserdem betreibt Floh Fleissig offene Gateways - er kann laut Telekommunikationsgesetz gar nicht überwachen wer sich was wann über seinen Gateway klickt. Seit wann ist Floh Fleissig als Zugangsprovider für die Inhalte verantwortlich, welche die Nutzer über seinen kostenlos bereit gestellten Zugang nutzen oder anbieten? Dem steht die Auffassung einiger Richter entgegen: "Wer einen ungesicherten Internetzugang anbietet ist prinzipiell selbst schuld." Das sehen einige Richter so und andere Richter anders.

Wenn Floh Fleissig vor Gericht in der ersten Instanz verliert kostet es etwa 1400€. Diese Euros braucht Floh Fleissig nicht selbst alleine zu bezahlen. Schliesslich sind wir eine Community und der Angriff auf die Freiheit und Freizügigkeit von Floh Fleissig geht uns alle an. Das Problem haben nicht nur wir Freifunker, sondern alle die offene Internetzugänge betreiben. Seien es nun Cafes, Kneipen, Clubs, Vereine, Universitäten, Bibliotheken oder jede Person, die der Meinung ist, dass ein schneller und teurer Breitbandanschluss für mehr als eine Person ausreicht. Die Freiheit anderen gegenüber freizügig zu sein, dürfen Wir Uns nicht von den Profitinteressen einer wild gewordenen Industrie nehmen lassen. Das ist nicht Recht und auch nicht billig!

Spendet deshalb mit dem Stichwort: "Freifunk statt Angst!" an den gemeinnützigen Förderverein Freie Netzwerke e.V. damit wir die juristische Klärung des Sachverhalts finanzieren und die finanziellen Risiken auf viele Schultern verteilen können.

 

Vortrag zum Thema Rechtliche Gefahren offener WLANs

Am kommenden Donnerstag, den 4. Februar 2010 findet in Mainz ein Vortrag zum Thema "Rechtliche Gefahren offener WLANs und Lösungsansätze" statt. Veranstalter ist die Freifunk-Initiative Mainz in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Rhein-Main.

Zugängliche WLANs sind eine hilfreiche Einrichtung, bergen aber auch rechtliche Risiken für Betreiber wie Nutzer. Traurige Berühmtheit hat etwa die von der Rechtsprechung entwickelte 'Störerhaftung' erlangt, dank der selbst das altruistische, unentgeltliche Betreiben eines WLAN-Hotspots ein kostspieliges Vergnügen werden kann. Ahnungslose Nutzer wurden festgenommen. Welche Probleme gibt es und wie lassen sie sich lösen?

Der Referent ist Jurist vom Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Frankfurt. Los geht es um 19 Uhr. Eingeladen sind alle an der Thematik Interessierten.

Ort: pengland (Anfahrt)
Eintritt: frei
Start: 19 Uhr

Freifunk in Afghanistan deployed in five cities

I had the chance to work for a couple of months with my friend Mike Dawson last year in Afghanistan. He is the core person behind the OLPC project in Afghanistan and pushes for Free and Open Technologies in Afghanistan. Solutions like LXDE with it focus on a lightweight and energy saving desktop or decentralised low powered networks like Freifunk offer new opportunities to give people access even in remote areas.

As part of the OLPC project Freifunk networks were already deployed in five Afghan cities including Jalalabad and Kandahar. Regularly updated local servers - easy to administer small netbooks - in the local networks give people access to copies of many local news resources, Wikipedia and thousands of educational books.

I regularly receive news from Mike and I would like to share them with you.

We've successfully tested here in Afghanistan using Freifunk to mesh routers between classrooms so that we can avoid the need for doing ethernet cabling in the school.  Now with the 802.11n hardware out there that supports dual band MIMO 2.4GHZ and 5GHZ I'm hoping that we can achieve a wireless backbone performance equal or better to cabled.

Some Freifunkers out in Italy managed to get 80Mbps over a 4KM link even:

http://74.125.153.132/search?q=cache:Ul-NcC60_tYJ:global.freifunk.net/%3Fq%3Ditem/open_source_802_11n_big_breakthroughs_are_coming+freifunk+802.11n&cd=1&hl=en&ct=clnk&gl=uk

As far as I can tell 100Mbps (hopefully we can achieve 200-300) should be a reasonable throughput for the backbone for running the local library service / jabber / journal backup with about 600 laptops in the school, any opinions on that?

I was thinking of making a small transparent plastic container for it so that each one would sit slightly above the roof of each classroom, then connect to a normal 802.11g router in the classroom.

As per other deployments we cut the signal strength inside the
classroom; the classrooms are running on two non overlapping channels and the mesh backbone on another.  We should have results by the end of the month.  Given the cost of sending technicians to do cabling, feeding them, etc. I'm hoping this works out as about the same cost but more scalable.

Regards,

Mike

Freifunk Node Database - Tool zur Verwaltung von lokalen Netzwerken von Mickey

Fuer die Verwaltung von Freifunkknoten gab es bsiher verschiedene Moeglichkeiten, die teilweise mit erheblichen Aufwand verbunden waren. Potentielle neue Benutzer wurden durch Hürden effektiv vom Mitmachen abgehalten. Mickey von der Freifunk-Community in Hannover hat nun die Freifunk Node Database entwickelt die die Verwaltung eines Freifunknetzes erleichtert.

Freifunk Node Database ist es eine einfache Webapplikation zur Verwaltung von Nodes (und Subnets) in einem Mesh Netzwerk. Dabei liegt der Schwerpunkt vor allem auf Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit, z.B. Verhinderung von IP-Konflikten, automatisches Geocoding, usw.

Mickey: Vieles von den geplanten Features steht noch auf der Todo-Liste, aber in Grundzügen funktioniert es erst mal soweit und ich habe es heute Nacht für die Freifunker in meiner Stadt scharf geschaltet. In den nächsten
Wochen und Monaten werden dann noch viele bunte Lämpchen angeschlossen... Über Feedback und Contribution freue ich mich natürlich. Fork me on Github :-)

Live: http://db.hannover.freifunk.net
Code: http://github.com/knox/nodes

 

Filmschau Freifunk Halle Interview Loop

Beim kommenden Freifunk-Stammtisch wird ab 21 Uhr Freifunk Halle Interview Loop, das im Sommer größtenteils in Halle entstanden ist und versucht, den Freifunk Halle zu dokumentieren, gezeigt.

Wen das interessiert, soll kommenden donnerstag Abend beim Treffen vorbeischauen, dass planmäßig am 03. Dezember 2009 ab 19 Uhr im Untergeschoß des Dinner for One in der Großen Brunnenstraße 2 in Halle stattfinden wird.

 Ich freue mich, abgesehen davon, über jedes Feedback zum Film aus der Freifunk-Community!

Bits und Bytes im Heizwerk

Jetzt geht's richtig los mit und um Terminal.21. Mit einer guten Portion Glück ist es uns gelungen, ein ausgedientes kleines Heizwerk in Halle zu mieten, mit großer Halle und langem Schornstein. Platz, der mit einer großen Portion Arbeit und kreativen Ideen genutzt werden will. Und dafür brauchen wir euch, eure Unterstützung, eure Projekte und eure Visionen.

Vieles ist denkbar: Kino, Hackspace, Kunstraum, Biblitothek, Seminare und Workshops, Selbsthilfewerkstatt, Medienkunst, Installationen, Ideenschmiede, Projektspace, ... und alles andere, was ihr euch vorstellen könnt.

Los geht es am Sonntag, dem 11.10.2009 ab 15:00 mit einem kleinen Baustartfest. Wir werden euch kurz erzählen, wer wir sind, was uns dazu gebracht hat, dieses Projekt zu starten, was andere Leute auf dieser Welt so treiben, was wir alle miteinander in Zukunft an diesem neuen Platz treiben wollen und was dafür zu tun ist. Ihr findet das Heizwerk in der Hordorfer Straße in Halle, oder hier mit Blick von oben.

Freifunk Halle Interview Loop

Freifunk Halle Interview Loop from tmk on Vimeo.

Activists from Halle (Saale) and Leipzig tell their view on Freifunk and give reasons why they are involved. They explain the ideas behind the movement and give an overview about the development of Freifunk in Halle.

Mirrors HDTV 720p25 H.264 Multipass B-Frames 750 kbit/s, AAC 192 kbit/s (500 MB):
http://download.berlin.freifunk.net/media/videos/Freifunk_Halle_Intervie...
http://freifunk-halle.net/media/Freifunk_Halle_Interview_Loop.mp4
http://tmkrth.de/video/Freifunk_Halle_Interview_Loop_720p25.mp4

Mirror HDTV 720p25 Theora (580 MB):
http://download.berlin.freifunk.net/media/videos/Freifunk_Halle_Intervie...

Mirror FullHD 1080p25 H.264 8 Mbit/s, AAC 192 kbit/s (4,2 GB):
http://tmkrth.de/video/Freifunk_Halle_Interview_Loop_1080p25.mp4

"Freifunk Halle Interview Loop" was made by Tmk in October 2009 and is licensed under a Creative Commons: by-nc-sa.

freifunk - Ein interessantes Modell fuer selbstverwaltete Medien - Interview mit Professor Angelo Serpa aus Brasilien

Angelo Serpa kommt aus Brasilien und ist Professor an der Bundesuniversität Bahias (Universidade Federal da Bahia). Zur Zeit ist er Gastwissenschaftler (Post-Doktorand) im Geographischen Institut an der Berliner Humboldt-Universität.

J: Herr Serpa, Sie beschäftigen sich bereits seit einigen Jahren wissenschaftlich mit Kommunikationsmedien, die von einer lokalen Community selbst verwaltet und betrieben werden. Was ist das besondere an diesem Prinzip und welche Projekte haben Sie bereits untersucht?

AS: Wir haben im Jahr 2005 in Salvador da Bahia, Brasilien, diese Forschung über lokalbezogene Medieninitiativen angefangen. Salvador ist eine 3 Millionen Einwohner Metropole, wo es grosse soziale Unterschiede gibt, die in der Stadtlandschaft sehr ausgeprägt sind. Einerseits gibt es einige reiche Viertel, die sehr gut mit Infrastruktur versorgt sind, andererseits Viertel, die „arm“ sind, wo keine gute Infrastruktur vorhanden ist. Es herrscht Stadtsegregation und gibt viele Vorurteile gegen die „armen“ Viertel: sie seien gefährlich, dort gäbe es nichts ausser Kriminalität und Drogenhandel. Aber gerade in diesen Vierteln leben viele Künstler, die zum Beispiel den Karneval von Salvador, das grösste Strassenfest Brasiliens, mit ihrer Kunst, mit ihrem Tanz, ihrer Musik sozusagen „ernähren“. Ich spreche hier von Leuten, die die Armut zum künstlerischen Reichtum im Alltag umwandeln. Es sind diese Leute, die in diesen Vierteln „Community Radios“ machen, Radios, die nicht kommerziell sind und keine öffentliche Unterstützung bekommen. Meistens hört man diese Radios einfach direkt per Lautsprecher auf der Strasse, obwohl einige von ihnen auch richtig über eine eigene Frequenz senden.

Andere Initiativen beschäftigen sich mit der Herstellung von Inhalten für Homepages, die die Vorurteile gegen ihre Viertel abbauen wollen. Das besondere an solchen Initiativen ist die Tatsache, dass sie überhaupt existieren, in einem Kontext, wo der Zugang zur Technik, zur Technologie, derart begrenzt ist, dass es im Alltag schon eine Menge Kreativität und Mühe von diesen Leuten abverlangt.

J: Welche Möglichkeiten sehen Sie im Umgang mit diesen Do-It-Yourself betriebenen Medien für die Menschen, die sie betreiben und die jeweilige lokale Community?

AS: Das ist eben die Möglichkeit, Inhalte für Radios und Internet selbst herzustellen. Inhalte und Programme, die mehr mit dem Alltag dieser Viertel, diesen Bezirken zu tun haben. Das kann auch mehr Autonomie für diese Gruppen und Initiativen bedeuten, indem sie sich die Medien auf lokaler Ebene aktiv aneignen und die Inhalte von Radiosendungen und Homepages selbst bestimmen. Natürlich hängt der Erfolg solcher Initiativen sehr stark von den vorhandenen technischen Kentnissen und Möglichkeiten ab. Eigentlich lernen diese Leute den Umgang mit der Technologie in ihrem Alltag, indem sie nämlich selbst die alltäglichen Problemen damit und mit dem generellen Mangel an Infrastruktur in diesen Vierteln und Bezirken zu lösen versuchen. Gleichzeitig wird durch solche Initiativen auch versucht, die Isoliertheit dieser Viertel zu durchbrechen. Diese Do-it-yourself-Medieninitiativen und -gruppen sind in Brasilien für viele Menschen ein Fenster zur Welt.

J: Hier in Deutschland interessieren Sie sich gerade auch für freifunk.net. Was ist aus Ihrer Sicht das besondere an diesem drahtlosen Community-Netzwerk "Made in Germany"?

AS: Ich sehe freifunk.net als eine politische Medieninitiative, obwohl es sehr viel mit Technik zu tun hat. Ein dezentralisiertes Netz, das von den Nutzern selbst betrieben wird, das ist ohne Zweifel sehr geeignet, um die Medienkompetenz der Teilnehmer zu erhöhen. Andererseits verlangt Freifunk von den Teilnehmern in Kontakt mit ihrer Umgebung, mit den Nachbarn zu treten, was heutzutage fast „subversiv“ klingt. Das heisst, in diesem Kontext fördert die Technik, die Technologie, die Begegnung, das Treffen von Menschen, um etwas Kollektives auf die Beine zu stellen. In Berlin, scheint das Freifunk-Netz in einigen Bezirken wie Friedrichshain sehr gut zu funktionieren. Die Herausforderung ist, in anderen Bezirken, wo DSL bereits sehr verbreitet ist, das Freifunk-Netz zu etablieren.

J: Sie möchten gerne auch in Brasilien in den ärmeren Stadtvierteln freifunk-Initiativen starten. Welche Chancen sehen Sie darin? Warum ist gerade freifunk.net aus Ihrer Sicht dafür so geeignet?

AS: Aus meiner Sicht muss man in solchen Vierteln zunächst von den Kenntnissen der Einwohner ausgehen. In diesem Fall müsste man also Partnerschaften in den Vierteln suchen und versuchen mit den Leuten vor Ort zusammen zu arbeiten, die irgendwie fähig dazu sind, andere Einwohner zu mobilisieren und sich an dem Projekt zu beteiligen. Gleichzeitig  muss man sich auch Gedanken machen, wie mehr Zugang zum Netz geschaffen werden kann, vor allem dort, wo es sehr wenige Computer gibt. Vielleicht sollte man zusammen mit den Internet Cafes, die in diesen Vierteln schon vorhanden sind, arbeiten, aber gleichzeitig auch neue Computer kaufen und in bestimmten Teilen des Viertels verteilen. Oder, nach einer Idee von Frieder Bronner, von Openmedia hier aus Berlin, eine eigene Computerfabrik aufbauen, damit die Einwohner des Viertels selbst die Computer zussamensetzen. Das wäre vielleicht sinnvoller als alte Computer wieder aufzubereiten - vielleicht auch billiger. In jedem Fall könnte sich dadurch die Situation für die Menschen im Viertel in einigen Bereichen sehr verbessern.

J: Sie kommen aus Brasilien und leben aber gerade für einige Zeit in Berlin. Was denken Sie darüber, dass die Stadt Berlin schon seit einiger Zeit versucht, das Thema "Offenes WLAN für Berlin" an einen kommerziellen Provider abzugeben und dabei die Idee von freifunk.net als lokale Initiative und vor allem als "Kooperatives Modell" bisher völlig ingnoriert wurde?

AS: Ich finde das schade. Es ist schade, dass all die Erfahrungen, die die Leute hier mit Freifunk in den letzten Jahren gemacht haben, nicht von der Stadt Berlin berücksichtigt werden. Aber es ist auch verständlich, dass so etwas wie ein dezentralisiertes Netz, ein nichtkommerzielles Netz, ohne Hierarchie, mit einiger Skepsis von Seiten der Stadtregierung angesehen wird. Das ist überall so, auch in Salvador und anderen Städten Brasiliens. Solche Sachen machen den Stadtregierungen Angst, vielleicht weil solche Initiativen nur schwer unter „soziale Kontrolle“ zu bringen sind. Es ist schade, weil gerade eine Initiative wie Freifunk die Medienkompetenz der Teilnehmer erhöhen könnte und mehr Autonomie in der Stadt schaffen würde.

J: Halten Sie freifunk.net für einen geeigneten Weg, um in einer Art Public-Private-Partnership das Netzwerk auch in die strukturschwacheren Gegenden der Stadt zu bringen, wo es eigentlich am dringensten gebraucht würde?

AS: Sicher, aber hier müsste man die Stadtregierung davon überzeugen, dass ein nicht hierarchisches Netz, in dem die Leute selbst die Funktionsweise des Netzes bestimmen und auch selbst dafür verantwortlich sind, welche Inhalte und Erfahrungen sie darüber austauschen wollen, ein geeigneter Weg zur Erhohung der Medienkompetenz ist. Andererseits ist es meiner Meinung nach sehr schwierig, dass eine solche Idee ein positives Echo unter den Politikern findet.  Ich frage mich auch, ob es wirklich der beste Weg wäre, mit Stadtregierungen zusammen zu  arbeiten. Vielleicht gibt es auch andere Wege, ein solches Netz aufzubauen, zum Beispiel NGOs als Partner zu haben.

J: Herr Serpa, Ich danke Ihnen für dieses sehr interessante Gespräch.

NinuxDay in Rome from November 27-29, 2009

The Ninux.org team announced the first “Ninux Day”, a weekend with about and for wireless communities. You will meet software and hardware hackers, geeks, nerds, engineers, artists, the curious and academics. Experts from all over Europe offer technical and social presentations in the area of wireless community networks.

Join the Ninux Days in Rome, Italy, from November 27-29, 2009.


More Info here:

* http://wiki.ninux.org/NinuxDay2009
* http://wiki.ninux.org/NinuxDay2009en (English)
* http://wiki.ninux.org/NinuxDay2009it (Italian)
* Announcement: http://blog.ninux.org/2009/09/03/ninux-day-2009
* Ninux Blog http://blog.ninux.org

[via ZioPRoTo]

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