internetzugang

Organisiertes WLAN-sharing: Beitrag über Freifunk im Web-Magazin Förderland

Kim Bachmann hat einen Beitrag zum Thema "Organisiertes WLAN-sharing Surfen auf fremden Wellen" verfasst in dem sie auf die unterschiedlichen Ansätze von kommerziellen Hotspot-Anbietern wie Fon, Sofanet, Maxspot, der Mitsurfzentrale und Freifunk-Netzen eingeht. Hierzu gibt es auch ein kurzes Zitat von mir.

Bei der Bewegung Freifunk geht es vor allem darum, sich miteinander in freien Netzen verbinden zu können ohne sich den Beschränkungen kommerzieller Anbieter unterordnen zu müssen. "Jeder Nutzer im Freifunk-Netz stellt seinen WLAN-Router für den Datentransfer der anderen Teilnehmer zur Verfügung", erklärt Mario Behling, FOSS Consultant und Freifunkblogger. "Großzügige Teilnehmer stellen zudem ihren Internetzugang zur Verfügung und ermöglichen anderen den Zugang zum weltweiten Netz." (26.02.08 11:30, http://www.foerderland.de/419+M55893e7ed5b.0.html)

Freifunk im iX Extra zu drahtlosen Netzwerken

Uwe Schulze hat für iX ein achtseitiges Extra zu drahtlosen Netzwerken „Wireless LANs“ (pdf, 190 KB) verfasst. Auf Seite 4 gibt es einen Beitrag („Freie WLANs: Mein LAN, dein LAN“) mit einem Vergleich von Freifunk zu Fon, Maxspot und Sofanet.

Ein Gegenstück zu Fon bildet die deutsche Initiative Freifunk (www.freifunk.de). Während Fon eigene Hardware liefert, stellt Freifunk eine Linux-basierte Firmware zur Verfügung, die auf einer großen Anzahl handelsüblicher Router läuft. Auch gibt es keine kommerzielle Komponente wie bei Fon; Freifunk folgt einer Vision der Verbreitung freier Netzwerke, der Demokratisierung der Kommunikationsmedien und der Förderung lokaler Sozialstrukturen. Ein ähnliches nichtkommerzielles Konzept liegt auch Maxspot zugrunde (www.maxspot.de), während Sofanet (www.sofanet.de) wiederum das Ziel verfolgt, den heimischen DSL-Anschluss über WLAN mit Nachbarn zu teilen.

Im Gegensatz zu den technischen Erläuterungen im iX Special ist der Beitrag leider sehr oberflächlich. Wir haben es offensichtlich noch nicht geschafft, dass der Autor die Idee hinter Freifunk versteht.

Der Vergleich mit Anbietern von einzelnen Hotspots unterscheidet sich entscheidend von der Idee freier Bürgernetze, über die Bürger direkt miteinander kommunizieren können und ihren DSL-Anschluss auch über mehrere sogenannte „Hops“ miteinander verbinden können (z.B. „Ich“->1->2->3->Internet). Im Gegensatz zu Freifunk wollen Firmen wie Fon, Maxspot und Sofanet Nutzern ausschließlich Internetzugang über die DSL-Leitung ihrer privaten Partner zur Verfügung stellen.

Auch bei Maxspot handelt es sich um eine kommerziellen Ansatz:

Mit einem Hotspot von maxspot® bieten Sie Ihren Kunden oder Gästen einen professionellen, kostenlosen Zugang zum Internet. Damit erschließen Sie sich neue Interessenten, erzeugen eine starke Kundenbindung und sichern sich Wettbewerbsvorteile. ... maxspot® bietet zusätzlich komplexe Lösungen für Unternehmensverbände mit z.B. angepasster Corporate Identity. Unsere B2B-Lösungen ermöglichen eine zentrale Verwaltung von Inhalten auf der Begrüßungs-/Start- und Portalseite eines Hotspots. Erschließen Sie diese sich schnell entwickelnde Informations- und Werbeplattform für Ihren Unternehmensverband und verwalten Sie Ihre Hotspots selbst. Anpassungen an Ihre speziellen Wünsche erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen. (http://maxspot.de/betreiber.php)

Im Namen des Volkes?

Betrifft: heise-online, Unverschlüsseltes WLAN hat Folgen

Woche für Woche treffe ich auf Menschen, die keinen Zugang zum Internet haben. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: entweder gibt es dort kein DSL oder sie können sich keinen eigenen Internetzugang leisten. Dank WLAN, Linux und z.B. OLSR ist es möglich geworden, den Betroffenen zu helfen. Wie, das ist Inhalt dieser Webseite und aller Aktivitäten von freifunk.net.

Wer unserem Vorschlag folgend anderen seinen Internetzugang zur Verfügung stellt, tut dies nicht, um die Kriminalität zu fördern, sondern um konkret im lokalen Umfeld etwas gegen die sogenannte digitale Spaltung zu unternehmen, um Menschen in der Nachbarschaft einen Zugang zum Internet anzubieten,

Solche offenen Netze können aber misbraucht werden, das liegt in der Natur der Sache, Entweder ist ein Netz offen, also für andere auch anonym zuganglich und in jeder Weise nutzbar, oder es ist es nicht, und damit geschlossen, also nicht zugänglich.

Pseudosicherheit wie WEP bietet keinen Schutz, da der schwache Schlüssel einfach geknackt werden kann. Und eine HOTSPOT-mäßige Registrierung der User schützt nicht vor wirklich Kriminellen, die jederzeit die MAC-Adresse und damit den Account eines anderen benutzen können.

Selbsternannte Hilfssheriffs, die die Datenpakete der Nachbarschaft nach illegalen Inhalten durchsuchen und von der perfekten Firewall träumen sind auch weder gewünscht (Datenschutz!) noch wirklich erfolgreich, denn jedes gute Päckchen kann schließlich doch ein schlechtes Päckchen sein (bei wirklich Kriminellen!).

Mehr Sicherheit kann es nur ohne Anonymität und mit derzeit erheblich teurerem technischem Aufwand geben, Doch das wollen wir bitte nicht! Man soll auch in Zukunft seine Meinung sagen dürfen, ohne vorher seinen Ausweis zeigen zu müssen und man sollte Zugang zu Wissen, Information und Kommunikation haben, auch wenn man zu den weniger gut Betuchten unter uns gehört.

Statt seine Zeit damit zu verschwenden oben gesagtes immer wieder neu zu diskutieren sollte man lieber etwas dagegen unternehmen, dass ein Gericht, wie hier in diesem Fall das Landericht Hamburg, die Interessen der Musikindustrie verteitigt, statt die Belange seines Volkes,

Wer heute kein Internet hat, dem fehlt der Zugang zu Wissen, Information und Kommunikation. Doch während in anderen Ländern der Welt der Staat dafür sorgt, dass die Bevölkerung Zugang zum Internet erhält, bestraft er hier die, die anderen diesen Zugang erst ermöglichen.

Natürlich ist ein WLAN kein rechtsfreier Raum. Wer längere Zeit über den Zugang seines Nachbarn illegale Daten versendet und empfängt, der kann natürlich auch ermittelt werden, ist er doch ein Sender, der ebenso von den Behörden empfangen und damit geortet werden kann - ganz besonders in einem offenen Netzwerk.

Doch hier dachte man sich wohl, wozu den Aufwand, wenn wir doch auch die Anschlusshalterin einfach haftbar machen können. Die hat zwar vielleicht gar nichts Illegales getan, aber immerhin hat sie nicht auf die Musikindutrie gehört und ihr Netzewerk von einem Spezialisten dicht und damit für die anderen unbrauchbar machen lassen.

Hier wird das Recht zu Unrecht !

Sicher werden sich jetzt viele einschüchtern lassen und sich zwei Mal überlegen, anderen ihren Anschluss zu Verfügung zu stellen. Aber so kann und darf diese Geschichte nicht enden! Die hier erwähnte Kriminalität (Filesharing!) ist nichts im Vergleich zu dem, was es bedeutet, wenn Millionen Menschen keinen Zugang zu Wissen, Information und Kommunikation haben.

Deshalb werde ich auch weiterhin Leuten erklären, wie sie per WLAN Zugang zum Internet erhalten können und  Menschen dazu ermutigen, anderen Ihren Anschluss zur Verfügung zu stellen. Ich tue das, damit die Welt ein bißchen gerechter wird - auch in meiner Nachbarschaft, wo es immer noch für viele kein DSL gibt.

Syndicate content