Audiocast mit Freifunkern aus der C-Base in Berlin

Küchenradio.org sendete am 19. April einen Audiocast vom mittwöchentlichem Freifunk-Treffen in der C-Base in Berlin.

Beitrag: http://www.kuechenradio.org/wp/?p=97
Download mp3: KR_051 (64 k/bit)
BitTorrent (nur Azureus): 060420_kuechenradio.mp3.torrent

Freifunk immer beliebter bei Chinesen

Einer der wichtigsten Uplinks des Freifunk-Netzes ins Internet befindet sich auf dem Gebäude des Neuen Deutschlands. Das ist ganz in der Nähe des Ostbahnhofs und gleich gegenüber eines der größten Studentenwohnheime Berlins. Leider gibt es hier, genauso wie in großen Teilen Friedrichshains kein DSL. Da wird Freifunk (http://www.freifunk.net/wiki/OlsrFreifunkNet) für die Studenten im Wohnheim gleich noch interessanter. Viele von ihnen kommen aus China, auch Gang ( 刚 ) und Jia ( 稼 ).

Sie finden Freifunk ist eine Superidee und kommen am Mittwoch manchmal zum wöchentlichen Treffen in die C-Base. Die beiden wollen nicht nur kostenlose Surfer im Netzwerk, sondern echter Teil des Netzwerks werden. Und so haben sie sich zwei Router (http://freifunk.net/wiki/LinksysWRT54G) zugelegt, die als Knoten agieren und das Freifunk-Signal ständig empfangen und weitergeben. Heute möchten sie ihre Hardware auf die neueste Version updaten.

Laut Gang und Jia sind die meisten Chinesen im Wohnheim bereits an das Netz angeschlossen. Da lachen sie und freuen sich, dass sie ab heute Abend auch im Netz sein werden. Für eine IP haben sie sich schon registriert und jetzt hilft ihnen in der C-Base jemand mit der Software und dem Router. Den zweiten Router wollen sie selbst hinkriegen. „Mal schauen, ob wir das schaffen. Ich denke ist kein Problem..“ meint Jia zu mir. Von meiner Frage, ob sie denn auch wüssten wer letztendlich für den Uplink zum Internet bezahlt, sind sie gar nicht überrascht. „Natürlich gibt es ein Konto, wo man etwas überweisen kann.“ Na ja, aber wenn nicht genug Leute mitmachen, gibt es ein Problem, … aber bisher hat das auf freiwilliger Basis ja immer funktioniert. Und auch wenn der Internetzugang nicht funktionieren sollte, das Ziel des Projekts ist es vor allem auch ein freies Stadtnetz zu etablieren. Jia und Gang denken trotzdem vor allem an den Internetzugang – damit sie mit ihrer Familie und Freunden in China emailen und chatten können. Jetzt sind sie froh, dass alles geklappt hat. „Hm, ich hoffe es funktioniert zu Hause auch so gut.“, sagt Gang. „Klar bestimmt!“, rufe ich ihnen beim Einsteigen in die S-Bahn hinterher. „Schickt mir ein Email, wenn es klappt!“

Das freifunkblog ist da!

Als die Freifunk.net-Website ins Netz gestellt wurde, gab es noch keine Blogs oder zumindest wusste kaum jemand was ein Blog ist. Blogs sind eine gute Sache, um Informationen unkompliziert im Internet zu veröffentlichen. Andere können die Feeds von Blogs abonnieren und Nachrichten können schnell verbreitet werden. Mit dem Freifunk-Blog wollen wir diese Möglichkeiten nutzen.

Das Freifunk-Blog soll ein Community-Blog sein für diejenigen, die Lust haben etwas über Freifunk zu schreiben, Fotos, Audiocasts oder Videos zu veröffentlichen. Es soll die Idee und Philosophie von freien Netzen propagieren und speziell über neue Entwicklungen in der Freifunk-Community informieren – vor allem auch Leute, die (noch) nicht auf den zahlreichen Freifunk- und WLAN-Mailinglisten eingeschrieben sind.

Neben Beiträgen über Freifunk und die Community werden wir hier auch aktuelle Informationen und Ankündigungen über die Freifunk-Software und neue Entwicklungen zur verfügbaren Hardware veröffentlichen. Doch was ihr am Ende hier findet, das hängt vor allem davon ab, wer mitmacht und wer etwas beiträgt. Also! Ihr seid herzlich eingeladen Beiträge zu publizieren!

Schreib einen Artikel über Freifunk, ein Freifunk-Projekt oder einen Freifunk-Event! Du kannst zum Beispiel einfach ein Interview mit Leuten machen, die gerade ein Freifunk-Netz aufbauen. Dann melde dich einfach hier an. Automatisch bekommst du dein eigenes Blog und kannst publizieren.

Viele der „Freifunk-Autoren“ und Website-Koordinatoren sind in Berlin ansässig. Es ist spannend und interessant was für unterschiedliche Leute sich bei Freifunk für freie Bürgernetze engagieren. Zum Kennenlernen und um anstehende Aufgaben in Bezug auf die Website einmal Face-to-Face zu besprechen, treffen wir uns einmal im Monat im New Thinking Store in Berlin-Kreuzberg (im Moment jeden zweiten Donnerstag im Monat). Hier koordinieren wir speziell die Arbeit an der Website – am Blog, am Wiki, dem Design und so weiter. Auch hier bist du herzlich eingeladen! Schau einfach mal vorbei! Aktuelle Termine und Terminabweichungen findest du im Freifunk-Kalender.

Doch wirklich – du musst nicht in Berlin wohnen, um bei Freifunk mitzumachen und etwas darüber zu schreiben! Freifunk-Communities gibt es mittlerweile im gesamten deutschsprachigem Raum und Freifunk-Stammtische gibt es in zahlreichen Städten. Um Leute in deiner Umgebung zu finden, schau einfach unter der Community und suche nach Leuten in deiner Gegend. Wir freuen uns auf einen Bericht, ein Foto, ein Audiocast oder ein Videocast aus deiner Region!

Vom Konsumieren zum Selbermachen

Anlässlich des Wireless Community Weekends in der C-Base in Berlin kamen vom 24. bis 26.03.2006 Freifunk-Enthusiasten aus ganz Europa nach Berlin, unter ihnen auch Stefan aus Zuzwil in St. Gallen, Schweiz. Er wollte sich in Berlin vor allem über die Erfahrungen informieren, die andere beim Aufbau von Freifunk-Netzen gesammelt haben. Mario Behling sprach mit ihm über seinen Besuch in Berlin, seine Motivation bei Freifunk mitzumachen und die Philosophie die hinter Freifunk steckt.

Interview mit Stefan Braun im März 2006

Mario: Gruezi Stefan!

Stefan: Hallo!

Mario: Warum bist du nach Berlin gekommen? Nur wegen des Freifunk-Community-Days?

Stefan: Ja, das ist richtig. Ich bin vor allem zum Erfahrungsaustausch hergekommen. Mich interessiert einerseits die technische Seite, andererseits die philosophische Seite von freien Netzwerken. Beim technischen Aspekt interessiert mich zum Beispiel das Antennenbauen. Wie funktioniert das? Was für Antennen gibt es? …die verschiedenen Typen. Ja, mir macht das Spaß das selber zu bauen und da habe ich gedacht, ich komme einfach her.
 
Mario: Was ist für dich das Spannende am Freifunk-Projekt?

Stefan: Das Umschalten vom Konsumieren zum Selbermachen. Die Freifunk-Software ist zum Beispiel Open Source, also quelloffen und unter einer freien Lizenz. Daher kann man bei Freifunk alles abändern und seinen Bedürfnissen und lokalen Bedingungen anpassen. Freifunk das bedeutet - eine Gemeinschaft baut ein freies Netz auf, wo die Gemeinschaft miteinander kommunizieren kann - ganz unabhängig von kommerziellen Interessen. Es geht darum, dass die Einzelpersonen nicht wie Konsumenten behandelt werden und sich wie passive Konsumenten verhalten, sondern sie können aktiv daran teilnehmen. Und bei dem Treffen hier in Berlin ist für mich auch das Spannende, wie die Idee von Freifunk von den Gruppen in ganz Europa umgesetzt wird. Das passiert ganz verschieden. In jedem Projekt wird die Idee etwas anders angewendet. Das rührt daher, dass die Motivation ein Freifunk-Netz aufzubauen in verschiedenen Orten ganz unterschiedlich ist. Freifunk dient zum Beispiel oft vor allem dazu Internet in Gebieten zu verteilen, wo kein Breitbandanschluss vorhanden ist. Doch der Community-Gedanke des lokalen Netzwerks tritt immer stärker in den Vordergrund. Und diese Idee einer freien Community ist für mich am interessantesten. In der Schweiz - da haben wir auch fast alle Breitbandzugang.

Mario: Hm, verstehe, und was kann man jetzt in so einem freien Netz machen?

Stefan: Ja, theoretisch ist es alles denkbar. Man kann alle möglichen Daten tauschen, Dienste anbieten, zum Beispiel freies Voice over IP… also sozusagen über den Computer telefonieren, freies Radio, Netzwerkspiele, Peer-to-Peer-Transfer und so weiter. Als praktisches Beispiel: Ich könnte mir vorstellen, dass zum Beispiel eine kleine unbekannte Band ihre Musik über das Netzwerk zum Hören zur Verfügung stellt.

Mario: Ok, aber was ist da der Unterschied zum Internet? Das geht doch heute schon im Internet.

Stefan: Das stimmt! Ein guter Punkt! Ja. Aber im Internet ist man darauf angewiesen, dass eine große Firma die Infrastruktur zur Verfügung stellt und ihre Dienste anbietet. Bei Freifunk kann jeder selber Mitmachen. Jeder Teilnehmer ist quasi Teil eines Ganzen. Und das Netzwerk gehört den Menschen, die daran teilnehmen. Somit können sie auch selbst aktiv bestimmen, was sie mit diesem Netzwerk machen. Wenn Sie den Wunsch haben einen Dienst zu nutzen oder anzubieten, müssen sie zum Beispiel nicht darauf warten, dass ihnen eine Firma ein Produkt anbietet. Wenn sie über das Wissen verfügen, können sie selbst jede Art von Diensten einführen. Zudem sind Freifunk-Netze an sich unabhängig vom Internet. In dem Sinne sind sie auch ausfallsicherer, denn wenn etwas einmal nicht funktioniert, muss man nicht warten bis die Firma kommt, sondern man kann es selbst machen oder sich von jemanden im Netzwerk helfen lassen. Das setzt natürlich aktive Nutzer und eine Philosophie der Nachbarschaftshilfe voraus.

Mario: Was benötigt man eigentlich um mitzumachen?

Stefan: Um mitzumachen benötigt man schon ein paar Sachen – einen Access Point, dann die Freifunk-Software und das Wissen zur Konfiguration. Es ist auf einigen Gebieten noch ein Experiment, aber es wird immer einfacher und es läuft bereits. Ja, es funktioniert! Um mitzumachen ist es, denke ich, aber am wichtigsten ein Interesse zu haben und im Kopf eine Entscheidung zu fällen: Nicht nur ein passiver Konsument zu sein, sondern ein aktiver Teilnehmer.

Mario: Wie weit seid ihr in Zuzwil mit eurem Freifunk-Netz?

Stefan: Ja, wir stehen noch ganz am Anfang. Ich bin der Erste, aber es gibt bereits zwei weitere Interessenten in meiner Nachbarschaft. Wir wohnen in einem kleinen Dorf und auch die Topologie in der Schweiz ist ganz anders als zum Beispiel in Berlin. Trotzdem jetzt geht es los!

Mario: Und was denkst du, wie wird es allgemein mit der europaweiten Freifunk-Community weitergehen? Was kannst du dir vorstellen?

Stefan: Ich kann mir vorstellen, dass man die verschiedenen Funkwolken über das Internet miteinander verbindet - zum Beispiel die Berliner „Freifunkwolke“ mit Leipzig, St. Gallen und Brüssel. Dann wären die interessierten Leute schon einmal näher zusammen. Das wäre ein weiterer Schritt zur Verbindung der europäischen Community. Daraus könnte sich eine eigene Netzkultur ganz unabhängig vom kommerziellen Internet bilden.

Mario: Ja! Ich bin gespannt! Klingt spannend! Danke für das Interview, Stefan!

Stefan: Kein Ursache. Danke auch.

Die Website der Community in St.Gallen: http://fuerstenland-wireless.net

Flo Fleissig besucht die Freifunk-Community (Folge 5)

„Wie ist denn das, wenn ich jetzt wirklich Interesse habe an Freifunk?... Ich würde mich gerne mal mit jemanden unterhalten, der das wirklich gut kann!“ Und deshalb zeigt euch Flo heute mal die c-base in Berlin.

Google Video http://video.google.com/videoplay?docid=5244154819337535718

An diesem Tag treffen sich Freifunker aus ganz Europa. Eine gute Gelegenheit auch mehr darüber zu erfahren, wie das alles angefangen hat mit Freifunk und wie die Freifunk-Idee immer mehr Leute begeistert. Die Philosophie von Freifunk klingt zwar einfach, aber ist dennoch revolutionär und spannend und „so infiziert sie immer mehr Leute“. Elektra: „Die Grundlage davon ist, dass alle sich gegenseitig helfen. ... Wenn Du etwas schicken möchtest, was hinter mir liegt, und du weißt ich hab da Kontakt zu, dann gibst du es mir und es ist für mich selbstverständlich, dass ich es weiterschicke. ... Also wir helfen uns gegenseitig... Diese Abmachung starten wir dadurch, dass wir das Protokoll starten“. Flo: “Klar verstehe! Hm, vielen Dank!“ Außerdem erfährt Flo Fleissig noch mehr über die Community in Weimar, wie das Dorf Sundhausen mit Hilfe von Freifunk endlich ein lokales Netz und Zugang zum weltweiten Internet erhält, wie Freifunk-Netze jetzt dreidimensional dargestellt werden können, wie die Freifunk-Netze immer schneller werden, wie die Entwickler ihre Fehler gegenseitig „ausbügeln“ und noch viel viel mehr...

Freifunk: Die Suche nach dem Netz (Folge 4)

Wie findet man eigentlich heraus, ob man bei sich Freifunkempfang hat? Flo Fleissig zeigt euch heute, wie er das heraus gefunden hat.


YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=7ZddWqYwS8Y
Google: http://video.google.com/videoplay?docid=-5359778053238046112

Ich brat' mir 'ne Freifunkantenne (Folge 3)

Wie funktioniert das eigentlich mit der Antenne? Wie brat ich mir 'ne Antenne? In Folge 3 beschäftigt sich Flo Fleissig mit dem Antennenbau. Er führt den Bau einer einfachen Antenne zum Anschluss an den WRT vor.

Video bei YouTube unter: http://www.youtube.com/watch?v=bg_6oAhBsLo
Video bei Google unter: http://video.google.com/videoplay?docid=2862748135391417594

Freifunk in der Box (Folge 2)

Freifunk in der Box auf dem Dach in Berlin. Folge eins hat Fragen offen gelassen. Was ist in der Tupperbox? Flo Fleissig guckt heute mit euch in die Box!

Video bei YouTube unter: http://youtube.com/watch?v=0WcjKQJvviw
Video bei Google unter: http://video.google.com/videoplay?docid=-556568423281132824

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